Einleitung (Uwe Zelle, 2009)

Der Kreis der taubblinden Menschen lässt sich in drei Untergruppen aufteilen:

 

1) Blindtaube Menschen

Blindtaube Menschen sind von Geburt an blind und verlieren im Laufe ihres Lebens ihr Hörvermögen. Da sie in der Regel mit normalem Hörvermögen aufgewachsen sind, kommunizieren sie soweit wie möglich in der Lautsprache und beherrschen die Blindenschrift („Braille“-Schrift).

 

2) Taubblinde Menschen

Taubblinde Menschen sind von Geburt an gehörlos und verlieren im Laufe ihres Lebens ihr Sehvermögen. Sie kommunizieren, solange es das Sehvermögen zulässt, in der Gebärdensprache. Häufig liegt bei den betroffenen Personen das „Usher“-Syndrom vor, bei dem sich der Sehverlust mit fortschreitendem Lebensalter als schemenhaftes Sehen oder Blickfeldverengung ankündigt.

Es gibt drei Typen des „Usher“-Syndroms:

Personen mit „Usher-Typ 1“ sind von Geburt an taub und erwerben meist kurz vor dem Einsetzen der Pubertät eine Sehschwäche, die grundsätzlich mit Gleichgewichtsproblem einhergeht.

Personen mit „Usher-Typ 2“ sind von Geburt an schwerhörig und erwerben nach der Pubertät bzw. im jungen Erwachsenenalter eine Sehschwäche, bei der sich das Blickfeld verengt. Bei diesem Typ tritt keine Gleichgewichtsstörung auf.

Bei Personen mit „Usher-Typ 3“setzt im Laufe ihres Lebens eine fortschreitende Hör- und Sehschwäche ein. Dieser Typ ist sehr selten.

 

3) Taubblind geborene Menschen

Taubblind geborene Menschen sind von Geburt an gehörlos und blind. Sie begreifen ihre Umwelt vor Allem durch den Tastsinn und lernen früh, sich mit abgefühlten Kommunikationsformen zu verständigen.