Gemeindeleben

Gehörlosengemeinden sind auch immer wichtige soziale Treffpunkte. Sie bilden die größten Gemeinschaften. Viele taube Menschen leben verstreut voneinander in ländlichen Gebieten. Deshalb finden an manchen Orten nur ein- bis zweimal im Monat Gottesdienste statt, meistens mit anschließendem Beisammensein und Kaffeetrinken, um Informationen und Neuigkeiten austauschen zu können.

Größere Städte haben ein gut organisiertes Gemeindeleben mit verschiedenen Angeboten wie z.B. Chor, Bibelkreis, Eltern-Kind-Gruppe etc.

Gehörlosenpfarrer begleiten ihre Gemeindemitglieder in verschiedenen Lebenssituationen, stehen beratend zur Seite und machen Besuchsdienste, z.B. im Krankenhaus.

Auch in Bezug auf Glaubensfragen sind sie Ansprechpartner, z.B. wenn man zweifelt und überlegt, ob man lieber aus der Kirche austreten soll, oder wenn man unsicher ist, ob ein Kind schon als Baby getauft werden sollte oder erst wenn das Kind älter ist und darüber selbst entscheiden kann.

Gehörlose Pfarrer führen regelmäßig Gottesdienste durch, und sorgen dafür, dass die gehörlosen Gemeindemitglieder diese auch aktiv mitgestalten, z.B. indem sie selbst eine Liturgie gebärdensprachlich vortragen oder eine Predigt halten. In ganz Deutschland gibt es ganz unterschiedliche Formen solcher Gottesdienste. Daneben sind sie zuständig für sog. „Amtshandlungen“, d.h. Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen.