Einleitung (Thora Hübner)

Gehörlose Jugendliche unterscheiden sich in ihren Interessen nicht sonderlich von anderen Jugendlichen. Sie gehen gern auf Parties, schließen Freundschaften, begeben sich auf Partnersuche, spielen gern Computerspiele und surfen im Internet. Sie grenzen sich zunehmend von den Einstellungen und Ratschlägen der Eltern ab, wobei sie nach einem freieren und moderneren Lebensstil suchen.

Die Jugendbewegung in der deutschen Gehörlosengemeinschaft blickt auf eine langjährige Tradition zurück und heute widmen sich drei Organisationen den sozialen und sportlichen Interessen der Jugend: Im Jahr 1979 gründete sich die „Deutsche Gehörlosensportjugend“, eine Untergruppe im Deutschen Gehörlosensportverband, die sich für Sport und soziales Miteinander der gehörlosen Jugend einsetzt.

Zum Zweiten gibt es seit der deutschen Wiedervereinigung den „Förderverein der Gehörlosen der neuen Bundesländer e.V.“, der sich mit sozialen und kulturpolitischen Fragen auseinandersetzt. Ein Bildungsreferent widmet sich dort den Themen, die Kinder und Jugendliche betreffen.

Die dritte Organisation ist die„Deutsche Gehörlosen-Jugend“, die 2004 gegründet wurde. Sie ist Mitglied im Deutschen Gehörlosenbund und widmet sich den sozial- und kulturpolitischen Belangen von Kindern und Jugendlichen.

Alle drei Organisationen verfolgen auch das Ziel, ein attraktives Veranstaltungsprogramm für gehörlose Kinder und Jugendliche anzubieten, und den Nachwuchs aktiv in die Gemeinschaft mit einzubeziehen. Das Angebot für gehörlose Jugendliche beinhaltet z.B. Seminare, Lehrgänge, Zeltlager-Ferien, Feste, Ausflüge und vieles mehr.

Die Jugendliche können mithilfe dieser Angebote ihre Identität ausbilden, neue Kenntnisse und Fähigkeiten entwickeln, kreativ sein und neue Kontakte schließen. Desweiteren liefert die Jugendarbeit einen wichtigen Beitrag zur bundesweiten und internationalen Vernetzung gehörloser Jugendliche.