Wer kann ein CI bekommen?

Wer taub ist oder sein Hörvermögen im Laufe des Lebens verloren hat, kann sich in einer HNO-Arztpraxis oder einem Krankenhaus einer Voruntersuchung unterziehen. Dabei wird festgestellt, ob die Versorgung mit einem CI überhaupt möglich ist.

Wenn z.B die Cochlea so verformt ist, dass die Elektroden bei der OP nicht richtig eingeführt werden können, ist die Versorgung mit einem CI nahezu ausgeschlossen oder nur sehr schwer möglich.

Wenn keine Gründe gegen die Operation sprechen, wird der Patient an eine Klinik überwiesen, in der die Operation durchgeführt wird.

Während des Eingriffs setzt man hinter dem Ohr einen Schnitt, setzt dort das Implantat ein und legt von dort die Elektroden durch eine Bohrung bis in die Bogengänge der Cochlea.

Die Wundheilung dauert ca. sechs Wochen, in denen sich der Patient körperlich schonen muss. Dann wird das CI aktiviert und technisch angepasst. Bei diesem Termin können die ersten Höreindrücke mit dem CI gesammelt werden. In der anschließenden Reha wird der implantierte Sprachprozessor weiter angepasst und schrittweise mit dem Hörtraining begonnen. Danach finden über einen längeren Zeitraum verteilt weitere technische Anpassungen und Überprüfungen der Hörerfolge statt, bei Kindern im Alter von 2 bis 3 Jahren in der Regel alle zwei Monate nach dem Eingriff.

Während dieser Zeit entfaltet sich das Hörvermögen immer mehr und das Erkennen von gesprochenen Wörtern oder Geräuschen wird bis zu einem maximalen Niveau, basierend auf dem Normalhörender, ausdifferenziert.

Danach gibt es jährliche Nachsorgetermine, wobei geprüft wird, ob das CI einwandfrei funktioniert und die Person mit dem System gut zurecht kommt. Störungen können dann meist direkt behoben werden.

Der richtige Zeitpunkt für den Eingriff liegt im frühen Kindesalter, jedoch nicht direkt in den ersten Lebensmonaten. Eine Hörschädigung kann schon im Säuglingsalter festgestellt werden und eine Versorgung mit einem CI im frühen Kindesalter führt in der Regel zu besseren Hörerfolgen als bei Personen, die erst später ein CI implantiert bekommen. Dies liegt daran, dass sich in der frühkindlichen Entwicklung auch die kognitive Verarbeitung von Höreindrücken entfaltet und somit diese Phase für das Hörtraining mit einem CI optimal genutzt werden kann. Bei länger währender Taubheit ist das Sprachzentrum schon auf die visuelle Kommunikation geprägt und trainiert. Das erschwert dann den Zugang zur neuen auditiven Wahrnehmung und der Erfolg ist ungleich mühsamer als bei Kindern. Bei Ihnen sind die Chancen auf ein erfolgreiches Hören am Größten, da sie beim Spracherwerb den Erwachsenen überlegen sind. Sie können parallel auch die Gebärdensprache erlernen und auf diese Weise zwei Kommunikationskanäle nutzen.