Organisation tauber Muslime in Deutschland

Unter den vielen Gastarbeitern, die um die 1970er Jahre herum nach Deutschland kamen, waren auch viele Muslime. Zu dieser Zeit gab es noch keine Moscheen oder islamische Religionsgelehrte, sogenannte Hodschas. So errichteten sie nach kurzer Zeit Moscheen und holten die ersten Hodschas, um in Deutschland ihre Religion ausüben zu können.

Gehörlose Muslime betraten die Moscheen zwar auch, konnten den Gebeten und Gesprächen jedoch nur eingeschränkt folgen, weil dort nur in Lautsprache kommuniziert wurde. In der Schule war das auch kein Thema. Daher herrschte auf Seiten der gehörlosen Muslime nur eine ungenaue Vorstellung über den Sinn und Zweck der Zusammenkünfte in der Moschee, fast 50 Jahre lang.

Im Februar 2010 gründete sich dann in Köln deutschlandweit der erste Verein, der die Interessen tauber Muslime vertritt, über den Islam informiert und zum Austausch zwischen tauben Muslimen und Gehörlosen aus anderen Glaubensgemeinschaften anregt: „Deaf -Islam e.V.“

Die Homepage des Vereins bietet nützliche Informationen zum Thema sowie Ankündigungen von Seminaren und Vorträgen, auch in Form von DGS-Videos.

Taube Muslime leben über Deutschland weit verstreut und sind in ihrer Moschee in der Regel allein unter Hörenden. Manchmal gibt es aber auch Verabredungen unter tauben Muslimen, um z.B. das Freitagsgebet gemeinsam zu besuchen und anschließend bei einer Tasse Tee einen Schwatz in Gebärdensprache zu halten.