Schwerhörige und Kommunikation

Die Kommunikation schwerhöriger Menschen ist sehr vielfältig. Typischerweise orientiert sie sich an der Lautsprache, die einen hohen Stellenwert für Schwerhörige hat.

Aber auch das Gebärden gewinnt zunehmend an Bedeutung. Der Einsatz von Gebärdenzeichen kann Schwerhörige in verschiedener Weise in ihrer lautsprachlichen Kommunikation unterstützen: Zum einen in Form der „Lautsprachunterstützenden Gebärden“ (kurz: LUG) und zum anderen in Form der „Lautsprachbegleitenden Gebärden“ (kurz: LBG)

Darüber hinaus verwenden auch immer mehr schwerhörige Menschen die DGS. Dies trifft vor allem auf frühschwerhörige Personen zu, die die Kommunikation in DGS oft als angenehmer und schneller empfinden. Wer als Schwerhöriger die Gebärdensprache beherrscht, dem stehen bezüglich der Kommunikation alle Wege offen.

Eine schwerhörige Person kann nicht immer alle lautsprachlichen Informationen vom Mund des Gesprächspartners absehen. In solchen Situationen wird LUG eingesetzt, um den gleichzeitig lautsprachlich gesprochenen Inhalt für schwerhörige Menschen verständlicher zu machen. Eine komplette „1:1“-Umsetzung der Rede-Inhalte erfolgt hierbei aber nicht, d.h. es wird nicht jedes gesprochene Wort von einem Gebärdenzeichen begleitet. Wenn eine hörende Person spricht, kann ein Gebärdensprachdolmetscher den Inhalt in LUG simultan übersetzen.

Versteht eine schwerhörige Person jedoch alles, was eine hörende Person spricht, wird meist LBG bevorzugt. Dabei wird jedes gesprochene Wort von einem Gebärdenzeichen aus der DGS begleitet. Dabei bleibt die deutsche Grammatik vollständig erhalten und die lautsprachlichen Sätze werden für den Schwerhörigen „sichtbar“ gemacht.

Wenn eine Person im Laufe des Lebens ertaubt und sich für die Versorgung mit einem Cochlea Implantat entscheidet, ist es sehr wichtig, dass sie das Absehen vom Mund trainiert, aber auch ein gewisses Repertoire an Gebärden erlernt. Denn es ist sehr ermüdend, sich nur auf das Absehen vom Mund zu konzentrieren.

Schwerhörige Menschen haben zum einen die Möglichkeit, einen Gebärdensprachdolmetscher in Anspruch zu nehmen, der die Redebeiträge je nach Wunsch in LBG, LUG oder DGS übersetzen kann. Dies wird in der Regel von gebärdensprachorientierten Schwerhörigen bevorzugt. Für Schwerhörige, die keine gebärdensprachlichen Kenntnisse haben, ist der Einsatz von Schriftdolmetschern eine gute Lösung.

Viele Schwerhörige nutzen am Arbeitsplatz Fern-Dolmetschdienste wie „Telesign“ oder „TESS“. Denn diese bieten u.A. auch einen Schriftdolmetschservice an.