Clubheim als "Ort der Heimat" für Gehörlose?

Ist das Clubheim eine Art „Heimat“ für die Gehörlosen?

Als ich den Seniorenkreis 2001 übernommen habe, wirkte das Clubheim auf mich still und verlassen. Zwar trafen sich die Gehörlosen dort, aber der Saal sah nicht sehr ansprechend aus. Ich wollte ihn renovieren, zusammen mit sieben oder acht gehörlosen Senioren, die ihre Hilfe angeboten hatten. Auch in der Hamburger Gehörlosenzeitung riefen wir um Unterstützung bei den anfallenden Arbeiten auf. Gemeinsam haben wir den Saal runderneuert, ebenso die Außenbeleuchtung. Das wurde alles von den Senioren geleistet.

Vorher hatte ich auf einem Treffen von arbeitslosen Gehörlosen im Clubheim nach Helfern gefragt, aber dort bekam ich nur Reaktionen wie:“ Und was bekomme ich dafür, wenn ich mitmache?“ Ich sagte: „Na hör mal, das Clubheim ist doch eure Heimat! Wer hilft, bekommt Essen und Getränke.“ Das reichte ihnen aber nicht- sie wollten bezahlt werden!

Wenn man das mal mit früheren Zeiten vergleicht: Damals haben die Gehörlose Ziegelsteine gesammelt und verkauft, um aus den Einnahmen den Bau des Clubheims zu finanzieren!

Die jüngeren Gehörlosen interessiert das heute alles nicht mehr, das finde ich sehr schade. Ich befürchte, dass das Clubheim irgendwann geschlossen werden muss. Dann wäre das Clubheim umsonst gebaut worden, daran möchte ich gar nicht denken. Die jungen Gehörlosen sollten daran denken, wo sie sich treffen wollen, wenn sie selbst einmal alt sind. Denn für die Senioren ist das Clubheim ein wichtiger Treffpunkt.

 

Wer unterhält das Clubheim?

Man denkt vielleicht, dass das Clubheim zum Hamburger Gehörlosenverband gehört, aber es wird von der „Gesellschaft zu Förderung der Gehörlosen“ (gegründet von Herrn Dr. Feuchte) unterhalten.

Deutschlandweit gibt es noch ein anderes Clubheim, welches auch nicht vom Gehörlosenverband unterhalten wird. Das ist in Berlin. Alle anderen in Deutschland sind Einrichtungen der Gehörlosen-Landesverbände.

Das ist so der Unterschied.

 

Ging es früher im Clubheim herzlicher zu als heute?

Ja, das kann man so sagen. Zum Beispiel hat die Hilfsbereitschaft bei der Organisation des Weihnachtsmarkts im letzten Jahr sehr abgenommen. Da haben wieder vorwiegend nur die Senioren geholfen und darüber war ich richtig sauer. Oft wird mit der Begründung: „Ich kann nicht kommen“ abgesagt. Aber das geht so nicht! Die jungen Leute kommen nur zum Feiern, aber mithelfen will da keiner. Das passt für mich nicht zusammen und ich muss ehrlich sagen: Schön finde ich das nicht!