Taubblinde und ihre Kommunikation

Auch hinsichtlich der bevorzugten Kommunikation lässt sich der Kreis der taubblinden Menschen in drei Untergruppen aufteilen:

 

1) Blindtaube Menschen

Blindtaube Menschen sind von Geburt an blind und verlieren im Laufe ihres Lebens ihr Hörvermögen. Da sie in der Regel mit normalem Hörvermögen aufwachsen, sprechen und kommunizieren sie soweit wie möglich in der Lautsprache und beherrschen die Blindenschrift („Braille“-Schrift). Wenn das Hören später nicht mehr so gut funktioniert, können zusätzlich visuell-taktile Kommunikationsformen wie z.B. das Lormen erlernt werden. Blindtaube werden oft auch als „lautsprachlich orientierte Taubblinde“ bezeichnet.

 

2) Taubblinde Menschen

Personen mit Usher-Typ 1 sind von Geburt an taub und kommunizieren, solange es das Sehvermögen zulässt, in der Gebärdensprache. Wenn die Sehschwäche hinzukommt, müssen sich die Gesprächspartner darauf einstellen und spezielle Strategien einsetzen. Wenn die Sehschwäche eine Blickfeldverengung bewirkt, muss der Gesprächspartner in einem kleineren Radius gebärden, man nennt das auch „visual frame signing“. Erblindet die Person ganz, können visuell-taktile Kommunikationsformen wie z.B. abgefühlte Gebärden, Lormen und abgefühltes Fingeralphabet eingesetzt werden.

Dieser Personenkreis wird auch „gebärdensprachlich orientierte Taubblinde“ genannt.

 

Personen mit Usher-Typ 2 und -Typ 3 sind von Geburt an schwerhörig. Sie sprechen und kommunizieren soweit wie möglich in der Lautsprache, oft wird dies unterstützt durch Hörgeräte. Außerdem beherrschen sie auch die Braille-Schrift und das Lormen.

Es gibt auch gebärdensprachkompetente Personen mit Usher-Typ 2 oder –Typ 3, die so einen leichten Zugang in die Gebärdensprachgemeinschaft finden.

 

3) Taubblind geborene Menschen

Taubblind geborene Menschen sind von Geburt an gehörlos und blind. Sie begreifen ihre Umwelt und lernen vor Allem durch den Tastsinn und lernen früh, sich mit abgefühlten Kommunikationsformen zu verständigen.

 

Alle drei Gruppen setzen spezielle Kommunikationsmittel und -techniken ein, um eine zufrieden stellende Verständigung herbeizuführen. Neben dem Lormen und der Beherrschung der Braille-Schrift gehört dazu auch, dass bei der Verwendung von Schriftsprache die Schriftgröße meist größer skaliert wird.